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Erstens läuft es anders – zweitens als man denkt

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    Und dann kam Polly …

    Nachdem ich im März 2024 zu meinem Schatz gezogen war, dauerte es nicht lange, bis im Juni desselben Jahres ein kleines Wesen unser Leben gehörig auf den Kopf stellen sollte.

    Polly.

    Eine damals 1/2 Jahr alte Hündin, die ich ganz zufällig auf irgendeiner Facebook-Seite entdeckte. Ich sah dieses Gesicht und dachte nur: Boah! Was für ein süßes Gesicht! Dieses entzückende Babyface musste ich natürlich sofort meinem Schatz zeigen.

    Und Thomas‘ Reaktion war für mich dann doch eher unerwartet.

    Thomas ist schließlich ein Mann der großen Hunde. Wenn er von Hunden spricht, reden wir normalerweise über ausgewachsene Doggen und Rottweiler. Und nun zeigte ich ihm dieses kleine Hundemädchen.

    Seine Antwort:

    „Ach ja. Wo ist die denn? Wo kann man die denn angucken?“

    Ähm … bitte was?

    Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet.

    Also machte ich mich auf die Suche nach der Pflegestelle, schrieb mit den Leuten und schon zwei Tage später saßen wir im Auto und fuhren ungefähr anderthalb Stunden, um uns Polly anzusehen.

    Dort angekommen, ging es erst einmal auf die Wiese zu den Hunden.

    Und dann kam Polly.

    Von wegen schüchtern oder zurückhaltend. Sie kam ziemlich unbeeindruckt auf uns zu, als hätte sie nur mal kurz kontrollieren wollen, wer da eigentlich kommt.

    Ob der Hund sich tatsächlich seinen Menschen aussucht, wie man immer so schön sagt, sei dahingestellt. Aber fest steht: Wir haben uns sofort in sie verliebt.

    Ich wollte trotzdem noch eine Nacht darüber schlafen.

    Denn einen Hund nimmt man schließlich nicht einfach mal eben mit. Ein Tier zieht ein, und damit verändert sich das Leben. Das sollte gut überlegt sein.

    Thomas sah das offenbar etwas pragmatischer.

    „Och nee, ich fahre jetzt nicht noch mal die ganze Strecke. Wir nehmen sie mit.“

    Und damit war die Diskussion im Grunde beendet.

    Zum Glück war die Pflegestelle mit unserer Situation sehr zufrieden. Thomas hatte als Hundetrainer jede Menge Erfahrung, wir hatten ein Haus mit Garten und grundsätzlich waren die Voraussetzungen da. Nach den Formalitäten durfte Polly also tatsächlich mit uns nach Hause fahren.

    Und Polly?

    Die stieg ins Auto und schlief erst einmal.

    Ich hingegen hatte offenbar beschlossen, aus dem ersten gemeinsamen Hundetag direkt ein Großprojekt zu machen.

    Amazon wurde mein bester Freund.

    Denn ein Hund braucht schließlich Dinge.

    Futter. Leine. Geschirr. Decken. Körbchen. Schlafplätze. Spielzeug. Pflegezeug. Und ungefähr 847 weitere Sachen, von denen man am Anfang überzeugt ist, dass man sie unbedingt braucht.

    Ich würde heute sagen: Mindestens 30 Prozent davon haben wir vermutlich nie wirklich gebraucht.

    Aber egal.

    Man braucht das am Anfang. Ganz bestimmt.