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Erstens läuft es anders – zweitens als man denkt

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    Meine Lieblingsplätze in Salzburg

    Wenn ich an meine Lieblingsplätze in Salzburg denke, dann muss ich gar nicht unbedingt an die großen Sehenswürdigkeiten denken.

    Meine Lieblingsplätze waren oft die ganz einfachen Orte.

    Als Kind waren es vor allem die Straßen rund um unser Zuhause.

    Wir wohnten direkt neben der Glan. Und für uns Kinder war das natürlich ein kleines Paradies.

    Im Sommer konnten wir im Wasser planschen, uns abkühlen, an der Böschung herumspielen und die Natur entdecken. Es brauchte eigentlich gar nicht viel, um einen schönen Tag zu haben.

    Natürlich bin ich als Kind auch gerne mit Mama und Papa in die Stadt gegangen oder mit meiner Familie im Salzburger Land wandern.

    Wobei ich ganz ehrlich sagen muss:

    Wandern war für mich eigentlich immer mehr Qual als Schönheit. 😂

    Zumindest als Kind.

    „Wann sind wir denn endlich da?“

    „Nach der nächsten Kurve.“

    „Aber das ist doch noch so weit!“

    „Nein, wir sind gleich da.“

    Ich glaube, diese Gespräche kennen ziemlich viele Eltern, die mit ihren Kindern unterwegs waren.

    Und trotzdem erinnere ich mich heute sehr gerne an diese Ausflüge.

    Zum Beispiel an die Ehrentrudisalm oder an den Tappenkarsee, wo auch meine Oma mit dabei war.

    Und natürlich gehörte zu solchen Ausflügen auch die obligatorische Proviant-Blechbüchse meiner Mama. 😂

    Sie hatte immer diese metallene Blechbüchse dabei, ordentlich gefüllt mit belegten Broten, Landjägern und Käse. Und natürlich durfte auch genug zu trinken nicht fehlen.

    Damals war das für mich einfach völlig normal.

    Heute denke ich mir: Eigentlich war das schon ein kleines Picknick mitten in den Bergen.

    Und genau diese Kleinigkeiten sind es, an die ich mich heute so gerne erinnere.

    Nicht unbedingt an das Ziel oder daran, wie weit wir noch gehen mussten – sondern an das Zusammensein mit Mama, Papa, meinem Bruder und meiner Oma und an diese ganz einfachen Dinge, die einen Ausflug zu etwas Besonderem gemacht haben.

    Gerade der Tappenkarsee ist mir besonders in Erinnerung geblieben.

    Der Ausblick dort oben über den See war einfach atemberaubend.

    Manchmal braucht es eben viele Jahre, bis man erkennt, wie schön etwas eigentlich war.

    Später, als Jugendliche und junge Erwachsene, veränderten sich meine Lieblingsplätze natürlich.

    Mit meinen Freunden trieben wir uns viel in der Altstadt herum.

    Wir trafen uns in der Passage, gingen feiern, verbrachten Zeit auf den Rummelplätzen, die über das Jahr verteilt immer wieder irgendwo in Salzburg stattfanden.

    Wir trafen uns am Salzachsee oder an anderen Plätzen in der Stadt.

    Und manchmal musste es gar nichts Besonderes sein.

    Einfach zusammensitzen, reden, lachen und gemeinsam Zeit verbringen.

    Sehr gerne saß ich auch im Mirabellgarten.

    Manchmal einfach nur dazusitzen, die Menschen zu beobachten und den Touristen zuzusehen, wie sie Salzburg entdeckten, hatte schon etwas.

    Vielleicht habe ich genau dort auch gelernt, wie unterschiedlich man ein und denselben Ort erleben kann.

    Für den einen ist es ein einmaliger Urlaubsmoment.

    Für den anderen einfach ein schöner Nachmittag in der eigenen Stadt.

    Und dann sind da natürlich die Salzburger Stadtberge.

    Mönchsberg. Kapuzinerberg.

    Und natürlich auch die anderen kleineren Berge rund um die Stadt.

    Als Salzburger muss man seine Berge schließlich zumindest ein bisschen kennen. 😄

    Ich bin auf vielen von ihnen mehr als einmal oben gewesen.

    Und ja – manchmal hat es mich ziemlich viel Kraft gekostet, mich da hinaufzuschleppen.

    Aber wenn man dann oben steht und über Salzburg schaut, weiß man wieder, warum man es gemacht hat.

    Dieser Blick über die Stadt ist einfach ein Traum.

    Auch Hellbrunn gehört für mich zu Salzburg. Und natürlich der Tiergarten.

    Orte, die man als Einheimischer vielleicht irgendwann für selbstverständlich hält und die einem erst später wieder bewusst machen, wie viel Schönes eigentlich direkt vor der eigenen Haustür liegt.

    Und dann gibt es noch diese ganz persönlichen Plätze, die wahrscheinlich kaum jemand kennt.

    Einer davon liegt in Richtung Abtenau, an der Lammer.

    Dort gab es einen wunderschönen Platz am Fluss, den ich besonders geliebt habe – auch später noch, gemeinsam mit meinem jetzigen Freund.

    Das kalte Bergwasser, die Natur rundherum und einfach dieses Gefühl, mitten in der Landschaft zu sein.

    Dort konnte man wunderbar ins Wasser gehen und sich im eiskalten Bergwasser abkühlen.

    Und genau solche Orte sind es, die für mich Salzburg und das Salzburger Land ausmachen.

    Nicht nur die berühmten Sehenswürdigkeiten.

    Nicht nur die Festspiele.

    Nicht nur Mozart und die Altstadt.

    Sondern die Glan vor der Haustür.

    Ein Berg, den man irgendwann müde hinaufgestiegen ist.

    Ein See, dessen Anblick man nie vergessen hat.

    Ein Garten mitten in der Stadt.

    Ein Platz an der Lammer.

    Ein Rummelplatz mit Freunden.

    Oder einfach ein Stück Natur, an dem man sich wohlgefühlt hat.

    Wenn ich heute darüber nachdenke, habe ich wahrscheinlich viel mehr Lieblingsplätze, als mir früher bewusst war.

    Manchmal muss man erst weggehen, um zu merken, wie viele schöne Orte man eigentlich Heimat nennen durfte.

    Und Salzburg hatte davon verdammt viele.