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Erstens läuft es anders – zweitens als man denkt

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    Trennung & Neuanfang

    Manchmal beginnt ein Neuanfang nicht damit, dass etwas Schönes passiert.

    Manchmal beginnt er damit, dass man irgendwann ganz tief in sich drin weiß:

    So kann es nicht weitergehen.

    Als ich mich von Michael trennte

    Nach fast sieben Jahren mit Michael kam irgendwann der Punkt, an dem ich wusste, dass diese Beziehung für mich keine Zukunft mehr hatte.

    Wir hatten uns ziemlich auseinandergelebt. Unsere Interessen gingen immer mehr auseinander und vieles, was uns einmal verbunden hatte, war einfach nicht mehr da.

    Und ja, auch wenn das vielleicht für manche oberflächlich klingt: Es war für mich irgendwann auch optisch nicht mehr das, mit dem ich leben konnte und wollte.

    Ich weiß, dass jetzt manche sagen werden:

    „Aber es kommt doch auf die inneren Werte an!“

    Ja.

    Natürlich tun sie das.

    Aber eben nicht nur.

    Ich glaube, man darf auch ehrlich sein und sagen, dass Anziehung und körperliche Wahrnehmung in einer Beziehung eine Rolle spielen. Für mich jedenfalls gehört beides zusammen: die inneren Werte, die Persönlichkeit, die gemeinsame Basis – aber eben auch das Gefühl, sich zu seinem Partner hingezogen zu fühlen.

    Bei uns hatte sich einfach sehr viel verändert.

    Und dann war da noch eine andere Seite von mir, die ich schon einige Zeit vorher entdeckt hatte.

    Eine Seite, die ich bis dahin eigentlich kaum kennengelernt hatte.

    Ich merkte, dass mich eine dominante beziehungsweise BDSM-orientierte Beziehungsform interessierte. Ich wollte diese Seite an mir nicht mehr einfach wegschieben, sondern sie kennenlernen und herausfinden, was dahintersteckt und ob das überhaupt etwas für mich ist.

    Vielleicht war auch das ein Zeichen dafür, dass ich mich innerlich schon längst auf den Weg gemacht hatte, etwas in meinem Leben zu verändern.

    Die Trennung habe letztendlich ich ausgesprochen.

    Ich habe Michael sogar die Möglichkeit gegeben, noch so lange in der gemeinsamen Wohnung zu bleiben, bis er etwas Neues gefunden hatte.

    Von seiner Seite aus war das allerdings nicht möglich.

    Er hat unter der Trennung sehr gelitten.

    Und natürlich tut einem das weh. Wenn man fast sieben Jahre miteinander verbracht hat, kann man einen Menschen schließlich nicht einfach von heute auf morgen aus seinem Leben streichen.

    Aber so schwer das auch war:

    Ich konnte in diesem Moment nicht mehr nur darauf Rücksicht nehmen, wie es ihm ging.

    Denn es ging schließlich auch um mein Leben, meine Zukunft und meinen weiteren Weg.

    Ich hatte eine Entscheidung getroffen.

    Und irgendwann muss man auch die Konsequenzen dieser Entscheidung tragen.

    Michael zog schließlich zu meinem Bruder. Mein Bruder ermöglichte ihm, so lange bei ihm im Haus zu wohnen, bis er eine eigene Wohnung gefunden hatte.

    So ging diese lange Beziehung zu Ende.

    Nicht mit einem großen Knall.

    Sondern eher mit der Erkenntnis, dass zwei Menschen irgendwann an einem Punkt angekommen waren, an dem ihre Wege nicht mehr in dieselbe Richtung führten.

    Und damit begann für mich etwas Neues.