Nach der Trennung begann ich, eine ganz neue Seite an mir kennenzulernen.

Ich wusste inzwischen, dass in mir eine devote Seite steckt. Eine Seite, die ich in meiner bisherigen Beziehung so nicht ausleben konnte und die ich jetzt endlich einmal kennenlernen wollte.
Also hatte ich nach der Trennung die eine oder andere Verabredung mit Männern, die sich als dominant bezeichneten.
Wobei ich ziemlich schnell gelernt habe: Dominanz ist nicht gleich Dominanz.
Wenn man neu in dieser Welt ist, glaubt man vielleicht zunächst, ein dominanter Mann sei einfach jemand, der gerne das Sagen hat. Aber so einfach ist es eben nicht.
Man braucht Zeit, um überhaupt zu verstehen, was Dominanz wirklich bedeutet. Man muss lernen, die verschiedenen Seiten dieser Welt kennenzulernen, seine eigenen Grenzen zu erkennen und herauszufinden, was einem selbst eigentlich gefällt und was eben nicht.
Und genau das musste auch ich erst lernen.

Als Unerfahrene hatte ich dabei allerdings großes Glück.
Ich lernte meinen ersten Dom kennen, der sehr erfahren war und mir dadurch einen sicheren Einstieg in diese für mich völlig neue Welt ermöglichte.
Das war für mich eine spannende Zeit. Ich konnte mich ausprobieren, mich selbst besser kennenlernen und herausfinden, was diese devote Seite eigentlich mit mir macht.
Es war allerdings keine klassische Partnerschaft.
Es war, zumindest von meiner Seite aus, eine reine Spielbeziehung.
Wobei man als Sub natürlich trotzdem ein bisschen Herz mit hineinlegt.
Das lässt sich wahrscheinlich gar nicht so einfach vermeiden.
Auch wenn man sich vorher sagt: Das ist nur ein Spiel. Was ist natürlich nicht „nur“ ist.
Gefühle halten sich schließlich nicht immer an vorher vereinbarte Regeln.
Diese Verbindung dauerte ungefähr zwei Monate.
Und dann kam Thomas. Mein Thomas. Mein Wolf. Die wie ich heute sagen kann, Liebe meines Lebens.
Und damit begann eine Geschichte, mit der ich selbst wahrscheinlich am allerwenigsten gerechnet hatte.
Aber das ist eine andere Geschichte.
Die erzähle ich euch im nächsten Kapitel.