Von meinen beiden Opas habe ich leider keinen wirklich gekannt. Meine Oma mütterlicherseits ist sehr früh gestorben. Die Mama meines Papas dagegen wurde stolze 92 Jahre alt und war ein ganz wichtiger Mensch in meiner Kindheit.
Mit ihr habe ich sehr viel Zeit verbracht. Und später, nachdem sie verstorben war, bin ich sogar in ihre Wohnung eingezogen. Dadurch ist ein Stück meiner Familiengeschichte bis heute ganz wörtlich mit meinem Leben verbunden.
Als wir Kinder noch klein waren, gab es bei uns ein richtiges Samstagsritual. Zuerst besuchten wir die Mama meiner Mama und ihren Bruder, die gemeinsam in einem Haus lebten. Dort gab es auch immer einen Hund.
Danach ging es weiter zur „anderen Oma“ – und dort gab es natürlich wieder etwas zu essen.
Ich weiß noch genau, wie es war, wenn man unten bei der Haustür hereinkam und schon im Stiegenhaus der Duft aus der Wohnung entgegenkam.
Meine Oma konnte unglaublich gut kochen und backen. Apfelstrudel, Zwetschgenstrudel, Marillenknödel, Palatschinken oder Grießknödel mit Sauerkraut und Geselchtem – das sind Geschmäcker, die man wahrscheinlich nie wieder ganz genauso vergisst.
Man sagt ja oft, dass man sich an bestimmte Gerüche sein Leben lang erinnert. Bei meiner Oma stimmt das definitiv.