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Erstens läuft es anders – zweitens als man denkt

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    Salzburg zum Schmunzeln – Dinge, die nur ein Salzburger versteht

    Es gibt Dinge, die muss man nicht erklären.

    Man muss sie einfach erlebt haben.

    Und wenn man aus Salzburg kommt, gibt es davon so einige. 😄

    Fangen wir einmal mit dem Salzburger Dialekt an.

    Ich liebe ihn.

    Wirklich.

    Und ich merke erst, seit ich nicht mehr in Salzburg lebe, wie sehr ich ihn vermisse.

    Natürlich ist vieles davon nicht ausschließlich Salzburgerisch. Österreichisch ist Österreichisch, und manche Ausdrücke findet man auch in anderen Gegenden.

    Aber für mich klingt der Salzburger Dialekt einfach nach Zuhause.

    Und dann gibt es Wörter, mit denen man eigentlich fast alles ausdrücken kann.

    Zum Beispiel:

    „Oida!“

    Oida kann eine Begrüßung sein.

    Oida kann eine Frage sein.

    Oida kann Entsetzen ausdrücken.

    Oida kann Begeisterung sein.

    Oida kann bedeuten: „Das kann jetzt nicht dein Ernst sein!“

    Oder einfach nur:

    „Oida …“

    Und jeder weiß, was gemeint ist. 😂

    Dazu noch ein ordentliches „Heast!“ und schon kann man vermutlich ein komplettes Gespräch führen, ohne einen einzigen vollständigen Satz zu bilden.

    Ich vermisse diese Art zu reden tatsächlich.

    Hier in NRW habe ich zum Glück eine Freundin, die aus Bayern kommt. Und wenn wir beide miteinander im Dialekt reden, ist das manchmal richtig schön.

    Da fühlt man sich plötzlich ein kleines bisschen wieder zu Hause.

    Mit meinem Freund kann ich natürlich auch im Dialekt reden.

    Allerdings hat das einen kleinen Haken:

    Je schneller ich werde, desto weniger versteht er.

    Und wenn ich richtig loslege, schaut er mich manchmal an, als hätte ich gerade eine völlig neue Sprache erfunden. 😂

    Wenn die Salzburger über die Touristen schmunzeln

    Natürlich muss man als Salzburger auch zugeben, dass man sich manchmal über die Touristen amüsiert.

    Nicht böse.

    Aber ein bisschen schmunzeln darf man schon.

    Denn Dinge, die für Touristen wahnsinnig aufregend und beeindruckend sind, sind für uns manchmal einfach Alltag.

    Der Dom?

    Ja, schön.

    Die Getreidegasse?

    Ja, kennen wir.

    Mozart?

    Ja, der war halt da.

    Und während jemand begeistert stehen bleibt, um das hundertste Foto von einem Gebäude zu machen, versucht der Einheimische vielleicht gerade einfach nur, irgendwie durchzukommen. 😂

    Und dann wäre da noch der ewige Kampf um Parkplätze.

    Salzburg ist voll.

    Die Touristen sind da.

    Die Einheimischen sind da.

    Und irgendwo dazwischen versucht jemand verzweifelt, einen Parkplatz zu finden.

    Viel Glück! 😂

    Manchmal hat man als Einheimischer schon das Gefühl, dass man in seiner eigenen Stadt ein bisschen zur Seite geschoben wird.

    Gerade wenn die Stadt wieder völlig überlaufen ist.

    Aber gleichzeitig gehört dieser Tourismus eben auch zu Salzburg.

    Und ganz ehrlich: Ein bisschen stolz ist man ja doch darauf, dass die ganze Welt unsere Stadt sehen möchte.

    Die Fiaker gehören einfach dazu

    Und wenn wir schon über das typische Salzburger Stadtbild reden, dürfen natürlich auch die Fiaker nicht fehlen.

    Ja, ich weiß.

    Jedes Jahr gibt es Diskussionen darüber.

    Über die Pferde, über die Hitze, über die Fahrten und darüber, ob Fiaker überhaupt noch zeitgemäß sind.

    Diese Diskussionen gibt es, und ich möchte sie auch gar nicht kleinreden.

    Aber wenn ich ganz persönlich an Salzburg denke, gehören die Fiaker für mich einfach zum Stadtbild dazu.

    Wenn die Kutschen durch die Altstadt fahren, die Pferde über das Pflaster gehen und irgendwo ein Tourist begeistert sein Handy zückt, um ein Foto zu machen, dann ist das für mich einfach ein Stück Salzburg.

    Für mich gehören die Fiaker deshalb zu Salzburg wie die Salzburger Nockerl oder die Mozartkugeln.

    Man kann darüber diskutieren.

    Man kann sie mögen oder nicht.

    Aber wenn ich an das typische Bild meiner Heimatstadt denke, dann gehören sie für mich einfach dazu.

    Der Bosner – eine Wissenschaft für sich

    Dann kommen wir zu einem weiteren wichtigen Thema:

    Der Bosner.

    Ein Salzburger Würstelstand ohne Bosner ist für mich eigentlich kaum vorstellbar.

    Fast jeder Würstelstand hat ihn – wobei natürlich jeder Stand seine eigene Art hat, ihn zuzubereiten und anzubieten.

    Und wenn man glaubt, ein normaler Bosner sei schon gut, dann empfehle ich persönlich:

    Kas-Krainer-Bosna.

    Also das Ganze nicht mit den kleinen Schweinsbratwürstchen, sondern mit einer Käsekrainer.

    Ich sage nur:

    Oida! 😂

    Mehr muss man dazu eigentlich nicht sagen.

    Unsere Stadtberge

    Und dann haben wir natürlich noch unsere Stadtberge.

    Für einen Bergsteiger, der normalerweise auf 3.000er unterwegs ist, sind Mönchsberg, Kapuzinerberg und Co. wahrscheinlich eher Hügel.

    Für uns Salzburger sind es Berge.

    Punkt.

    Und sie haben etwas, das viele andere Berge nicht haben:

    Man kann mitten in der Stadt leben und ist trotzdem innerhalb kürzester Zeit in der Natur.

    Die Botanik.

    Die Ruhe.

    Der Blick über Salzburg.

    Das ist schon etwas Besonderes.

    Und etwas außerhalb kommt dann noch der Gaisberg dazu.

    Auf den kann man sogar mit dem Auto hinauffahren – was besonders praktisch für diejenigen ist, die beim Wort „Wandern“ schon leichte körperliche Beschwerden bekommen. 😂

    Aber oben angekommen, merkt man wieder, warum man dort hinauf wollte.

    Gerade die Sonnenuntergänge über Salzburg sind einfach atemberaubend.

    Und dann ist da natürlich noch der Untersberg.

    Der ist dann schon ein anderes Kaliber.

    Aber auch der gehört einfach zu Salzburg dazu.

    Und dann wären da noch die Festspiele …

    Salzburg und die Festspiele.

    Das gehört zusammen wie Bosna und Zwiebel.

    Im Sommer wird die Stadt noch einmal ganz anders.

    Und natürlich gehört zum Salzburger Sommer auch der Jedermann.

    Hugo von Hofmannsthals „Spiel vom Sterben des reichen Mannes“ wird seit 1920 auf dem Salzburger Domplatz gespielt und gehört zu den ganz großen Traditionen der Festspiele.

    Über die Jahrzehnte standen dort Schauspielgrößen wie Klaus Maria Brandauer, Peter Simonischek, Tobias Moretti, Cornelius Obonya und viele andere als Jedermann auf der Bühne.

    Auch die Reihe der Buhlschaften liest sich wie ein Who’s who des deutschsprachigen Schauspiels – unter anderem Senta Berger, Christiane Hörbiger, Marthe Keller, Veronica Ferres und Caroline Peters.

    Und natürlich wollte ich als Salzburgerin den Jedermann irgendwann unbedingt einmal sehen.

    Als Jugendliche.

    Nur hatte ich damals natürlich nicht unbedingt das Geld und die Möglichkeiten, mir einfach eine Karte zu kaufen.

    Also bin ich zur Generalprobe in die Stadt gegangen.

    Und dann passierte etwas, das man wahrscheinlich nur in Salzburg erleben kann:

    Ein netter Wachmann hat mich tatsächlich hinten hineingeschmuggelt.

    Ich durfte den Jedermann sehen.

    Ich weiß bis heute nicht, ob das offiziell erlaubt war.

    Aber ehrlich gesagt war mir das damals ziemlich egal. 😂

    Ich war drin!

    Und ich fand es großartig.

    Denn ich finde, als Salzburger sollte man den Jedermann zumindest einmal im Leben gesehen haben.

    Das gehört irgendwie dazu.

    So wie der Bosner.

    So wie der Dialekt.

    So wie die Stadtberge.

    So wie die Fiaker.

    So wie die Touristen, über die man sich manchmal ein bisschen lustig macht und denen man gleichzeitig gerne erzählt, wie wunderschön die eigene Heimat ist.

    Vielleicht ist genau das typisch Salzburg:

    Man kann über die Touristen schimpfen.

    Man kann über die Festspiele stöhnen.

    Man kann sich über die überfüllte Getreidegasse ärgern.

    Man kann über die Parkplatzsuche verzweifeln.

    Man kann sich über die Fiaker und die ewigen Diskussionen darüber unterhalten.

    Und fünf Minuten später steht man irgendwo auf einem Stadtberg, schaut über Salzburg und denkt:

    „Verdammt, schön ist es hier.“

    Und vielleicht sagt man dann einfach:

    „Oida …“

    Und jeder Salzburger weiß, was gemeint ist. 😂