Als Kind erlebt man eine Stadt natürlich noch einmal mit ganz anderen Augen als später als Erwachsener.
Wenn ich an meine Kindheit und Salzburg denke, fallen mir zuerst ganz viele kleine Erinnerungen ein.
Zum Beispiel der Rupertikirtag mit seinen alten Fahrgeschäften.
Karussellfahren.
Riesenradfahren mit meiner Mama.
Zuckerwatte.
Kandierte Äpfel.

Diese ganz besonderen Gerüche und Geräusche, die für mich einfach zu meiner Kindheit gehört haben.
Ähnliche Erinnerungen verbinde ich mit der Dult und natürlich mit dem Weihnachtsmarkt in Salzburg.

Die Dult wurde dann irgendwann auch aus einem ganz anderen Grund interessant.
Als Teenager traf man sich dort mit Freunden, machte Party und genoss einfach dieses Gefühl, langsam erwachsen zu werden.
Und genau das hat auch meine Wahrnehmung von Salzburg verändert.
Irgendwann war Salzburg nicht mehr nur die Stadt, in der ich mit meiner Mama aufs Riesenrad ging.
Es wurde meine Stadt.
Die Stadt, in der ich Freunde traf, ausging, feierte, mich verliebte und mein eigenes Leben begann.
Wenn ich heute darüber nachdenke, gibt es deshalb einiges, was ich vermisse.
Zum Beispiel die alten Wochenmärkte.
Die Märkte hier in der Umgebung sind wirklich schön, aber für mich sind sie einfach nicht mit der Schranne oder dem Grünmarkt in Salzburg vergleichbar.
Vielleicht liegt es auch daran, dass ich mit diesen Märkten so viele Erinnerungen verbinde.
Dann sind da die alten Lokale.
Die Lokale, in denen wir früher Party gemacht haben.
Die Nachtschicht mit ihrem Rainbow.
Der Knaller.
Die Partymaus.
Und natürlich die Altstadtpassage mit ihren verschiedenen Lokalen.
Das waren Orte, an denen man sich kannte.
Man kam hinein und irgendwie wusste jeder, wer man war.
Der Wirt wusste schon, dass meine Marlboro und mein Flügel – mein Lieblingsgetränk – eigentlich schon bereitstanden, wenn er mich sah.
Man musste nicht viel erklären.
Die Leute wussten, was man trinkt.
Man kannte sich.
Man konnte sogar mal hinter der Bar stehen und einfach dazugehören.
Es war dieses ganz besondere Gefühl, nicht einfach irgendwo Gast zu sein, sondern ein Stück weit zu diesem Ort dazuzugehören.
Genau solche Dinge vermisse ich heute.
Auch die alten Geschäfte.
Thalhammer U zum Beispiel, wo ich mit meiner Mutter regelmäßig einkaufen war und wo man gefühlt alles bekommen konnte.
Oder dieser Musikladen, bei dem ich regelmäßig eingekauft habe und dessen Namen mir heute leider nicht mehr einfällt.
Viele dieser Geschäfte gibt es nicht mehr.
Und ich glaube, daran merkt man besonders deutlich, wie sehr sich Salzburg verändert hat.
Früher war die Stadt nicht nur für Touristen interessant.
Sie war auch eine Stadt für die Menschen, die dort lebten.
Heute habe ich manchmal das Gefühl, dass der Tourismus die Stadt regelrecht übernommen hat.
Und das merkt man nicht nur an den Menschenmengen.
Man merkt es auch an den Preisen.
Viele Dinge sind für Einheimische einfach nicht mehr so selbstverständlich oder erschwinglich wie früher.
Natürlich ist Veränderung ein Teil des Lebens.
Eine Stadt kann nicht für immer so bleiben, wie man sie aus seiner Kindheit kennt.
Aber manchmal wünsche ich mir trotzdem ein kleines Stück dieses alten Salzburg zurück.
Und dann gibt es wieder Erinnerungen, bei denen ich einfach lächeln muss.
Zum Beispiel an den Mirabellgarten.
Und an den Zwerglgarten.
Wer dort einmal als Jugendlicher ein Date hatte, weiß vielleicht, was ich meine. 😂
Zwischen den kleinen Zwergen zu sitzen, sich näherzukommen und sich vielleicht auch das eine oder andere Mal zu küssen – das sind diese kleinen Geschichten, die eigentlich völlig unspektakulär sind und trotzdem ein Leben lang irgendwo hängen bleiben.
Wenn ich heute überlege, was ich an Salzburg früher besser oder schlechter fand, kann ich das gar nicht so einfach beantworten.
Vielleicht ist es auch gar nicht die Frage, was besser oder schlechter war.
Es war einfach anders.
Ich selbst war anders.
Als Kind habe ich Salzburg erlebt.
Als Teenager habe ich Salzburg entdeckt.
Als junge Erwachsene habe ich Salzburg gelebt.
Und heute schaue ich mit Abstand darauf zurück.
Vielleicht nehme ich die Stadt heute sogar viel bewusster wahr als früher.
Mit mehr Ehrfurcht.
Mit mehr Dankbarkeit.
Und vor allem mit einer ganz besonderen Liebe.
Denn egal, wie sehr sich Salzburg verändert hat:
Wenn ich an diese Stadt denke, denke ich an meine Kindheit, meine Jugend, meine Familie, meine Freunde, meine ersten Lieben, meine Musik und an unzählige kleine Geschichten.
Ich denke an eine wunderschöne Heimat.
Und vielleicht ist genau das Salzburg früher und heute für mich:
Die Stadt hat sich verändert. Aber meine Liebe zu ihr ist geblieben.