Kreativ war ich eigentlich schon immer. Schon in der Schule wurde gestrickt, gehäkelt und genäht. Wobei ich beim Stricken rückblickend sagen muss: Meine angefangenen Projekte hatten eine ziemlich hohe Wahrscheinlichkeit, irgendwann bei meiner Mama zu landen. Nicht, weil sie sie wegwerfen sollte – ganz im Gegenteil. Sie durfte sie fertig stricken. 😄
Denn meine Mama war im Gegensatz zu mir eine wirklich wunderbare Strickerin. Ich dagegen bin daran irgendwann kläglich gescheitert. Genauso wie an der Nähmaschine.
Nähen hatte ich in der Schule tatsächlich gelernt und sogar eine richtig tolle Fleecejacke genäht. Die wurde bei einer Modenschau vorgeführt – und damit wären wir auch schon bei einer Geschichte, die ihr in einer anderen Rubrik findet: meinem ersten Kuss. 😉
Nach der Schule war es dann allerdings erst einmal vorbei mit dem kreativen Handwerk. Obwohl ich es gelernt hatte, hatte ich jahrelang kaum noch Berührung damit.
Irgendwann ging es dann aber wieder los.
Ich begann, Karten für verschiedene Anlässe zu basteln und mich immer mehr auszuprobieren. Und dann kam meine liebe Schwiegermama in spe ins Spiel. Sie zeigte mir ein ganz schlichtes Schalmuster zum Häkeln.
Ein einfacher Schal. Grün. Nichts Spektakuläres.
Aber nachdem der fertig war, dachte ich mir: „Hm. Schal ist ja schön. Aber da gibt es doch bestimmt noch mehr.“
Also wurde YouTube bemüht. Und plötzlich entdeckte ich Dreieckstücher.
Mein erstes Tuch entstand – und ich war begeistert. Ich fand es richtig cool und war für meine Verhältnisse sogar ziemlich schnell damit fertig.
Und dann ging es Schlag auf Schlag.
Ein Tuch nach dem anderen. Zunächst noch nach vorgegebenen Mustern. Ich lernte neue Maschen, probierte verschiedene Kombinationen aus und wurde irgendwann mutiger.
Bis ich mir dachte: Warum eigentlich immer nur nach Anleitung?
Also begann ich, die Maschen, die ich gelernt hatte, miteinander zu kombinieren, Muster zu verändern und irgendwann sogar eigene Muster zu entwickeln.
Und spätestens da war es um mich geschehen. Ich liebe diese Tücher einfach.
Aktuell häkle ich wieder ein halbrundes Tuch – in Pink und mit ganz viel Glitzer. Diesmal in Kindergröße. Und ich muss sagen: Häkeln macht mir einfach unglaublich viel Spaß.
Aber Häkeln ist eben längst nicht alles.
Ich erinnere mich zum Beispiel noch daran, dass ich schon vor vielen Jahren, als ich noch in Salzburg gewohnt habe, jede Menge Bastelmaterial zu Hause hatte. Ich habe damals unter anderem Spanschachteln mit winzig kleinen Perlen verziert. Diese kleinen Miniperlen! Was für eine Arbeit!
Aber es sind wirklich schöne Stücke entstanden.
Leider habe ich heute keines davon mehr. Diverse Umzüge haben dafür gesorgt, dass diese kleinen Kunstwerke irgendwann verschwunden sind. Schade eigentlich.
Irgendwann hatte ich dann einmal die Gelegenheit, auf einer Messe zu arbeiten und dort Kinder zu betreuen. Der Veranstalter war der Meinung, man könne Kinder mit fünf Farbstiften und einem kleinen Malbuch beschäftigen.
Nun ja.
Kann man. Muss man aber nicht. 😂
Denn spätestens nach kurzer Zeit war klar: Das funktioniert nicht.
Also habe ich am nächsten Tag meine eigenen Sachen ausgepackt. Und wenn ich „meine Sachen“ sage, meine ich nicht eine kleine Tüte. Ich hatte damals schon zwei große Säcke voll Bastelmaterial dabei.
Und dann durften die Kinder basteln.
Dabei habe sogar ich noch etwas gelernt. Ein Mädchen zeigte mir, wie man eine kleine Schachtel faltet. Diese Technik kann ich bis heute und ich finde diese kleinen Schachteln immer noch wunderschön.
Wir haben außerdem Weihnachtssterne gebastelt – und genau solche Sterne möchte ich inzwischen auch wieder mit den Kindern in meiner Bastelgruppe machen. Aber dazu kommen wir später noch einmal. 😉
Und dann gab es da noch eine ganz andere kreative Baustelle: Dioramen.
Diese kleinen Holzbausätze, aus denen winzige Wohnungen, Zimmer, Bäckereien und ganze kleine Welten entstehen.
Eigentlich hatte ich mir so einen Bausatz gekauft, um ein bisschen an meiner Geduld zu arbeiten.
Mein Gedanke war ungefähr:
„Du fängst damit an und nach fünf Minuten landet das Ding sowieso in der Ecke.“
Tja.
Von wegen.
Statt nach fünf Minuten in der Ecke zu landen, saß ich plötzlich sechs oder sieben Stunden am Stück da und werkelte. Ich klebte, bastelte, fummelte an winzigen Teilen herum und stellte irgendwann fest: Ich liebe das!
Und weil ich offensichtlich aus meinen Fehlern nicht lerne, habe ich mir inzwischen gerade wieder drei neue Dioramen bestellt. 😂
Ich freue mich schon wahnsinnig darauf, sie fertigzustellen.
Und diesmal bekommen sie auch einen würdigen Platz: In meiner neuen Gartenhütte sollen sie in einer Vitrine stehen, damit ich sie nicht nur bastle, sondern danach auch in aller Ruhe anschauen kann.
Wenn ich so darüber nachdenke, zieht sich das Basteln tatsächlich wie ein roter Faden durch mein ganzes Leben. Mal mehr, mal weniger. Mal Häkeln, mal Papier, mal Perlen, mal Holz, mal etwas völlig anderes.
Ich probiere einfach gerne Dinge aus.
Manchmal bleibt es bei einem Versuch. Manchmal wird daraus eine Leidenschaft.
Und manchmal entsteht aus einem kleinen „Ach, das könnte ich doch mal ausprobieren …“ ein ziemlich großes Projekt.
Was daraus geworden ist
Was aus dieser kreativen Seite geworden ist, seit ich hier in Deutschland bin, erzähle ich euch in der nächsten Geschichte.