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Erstens läuft es anders – zweitens als man denkt

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    Salzburg ist eine tolle Stadt


    Ich glaube, wer Salzburg kennt und beim Durchgehen durch die Stadt ein bisschen die Augen offen hält, kann so einiges Lustiges erleben.


    Ich habe es eigentlich immer geliebt, mich durch die Menschenmengen zu schieben, die Leute zu beobachten und manchmal auch einfach mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Und das nicht nur zur Festspielzeit.
    Denn wenn man durch Salzburg geht, ist es gefühlt immer voll.


    Na gut – in den frühen Morgenstunden geht es noch. Wenn die Marktstände gerade aufgebaut werden, die Geschäfte beliefert werden und sich die Stadt langsam auf den bevorstehenden Trubel vorbereitet, ist Salzburg noch beinahe ruhig.


    Aber sobald der Trubel erst einmal da ist, dann ist er da.


    Und zwar richtig.


    Trotzdem habe ich genau das immer an Salzburg geschätzt. Natürlich kann es manchmal anstrengend sein, wenn die Stadt völlig überfüllt ist. Aber gleichzeitig war es für mich etwas ganz Besonderes, dort zu leben, wo andere Menschen Urlaub machen.
    Und wenn ich heute darüber nachdenke, empfinde ich das tatsächlich als ein großes Privileg.


    Dabei meine ich nicht nur die Stadt Salzburg selbst. Auch rundherum gibt es so unglaublich viel zu entdecken.


    Die vielen wunderschönen Gemeinden, die Seen im Salzkammergut, Schifffahrten, Berge, die man besteigen kann – wobei ich an dieser Stelle ausdrücklich sagen möchte:

    Bitte mit richtigem Schuhwerk!


    Salzburg und seine Umgebung haben so viel zu bieten, dass unser Ruf weit über die Landesgrenzen hinausgeht.


    Und ja – darauf bin ich stolz.


    Ich bin stolz, Salzburgerin zu sein.


    Manchmal wurde ich sogar von Touristen angesprochen:


    „Wo kann ich hingehen? Was können Sie mir empfehlen?“
    Und natürlich hatte ich auch dafür meine ganz persönlichen Empfehlungen.
    Ein Bosner durfte dabei eigentlich nicht fehlen.


    Und wenn es etwas Süßes sein sollte, ging für mich nichts über Fabi’s Froyo. Ein leckerer Frozen Yogurt, bei dem man sich die unterschiedlichsten Toppings aussuchen konnte.


    Aber auch die kleinen Geschäfte in der Altstadt gehörten für mich zu Salzburg.


    Viele davon gibt es heute leider nicht mehr.
    Früher konnte man in Salzburgs Innenstadt noch richtig schön einkaufen. Ich erinnere mich zum Beispiel an Thalhammer U, wo ich mit meiner Mutter regelmäßig war und wo man gefühlt alles bekommen konnte.
    Oder an das alte Forum, bevor es umgebaut wurde.


    Auch einige Geschäfte, die für mich einfach zu meiner Kindheit und Jugend gehörten, sind verschwunden. Eines der Musikgeschäfte in Salzburg zum Beispiel – den Namen weiß ich heute leider nicht mehr –, hat irgendwann geschlossen.


    Und vielleicht ist genau das der Lauf der Zeit.


    Dinge verändern sich.


    Nicht immer unbedingt zum Positiven, zumindest nicht aus der Sicht eines Menschen, der sich an das Früher erinnert. Aber Veränderung bedeutet eben auch, dass etwas Neues entsteht.


    Und wenn ich an Salzburg denke, gehören für mich natürlich auch die Festspiele dazu.
    In meiner Jugend war ich in einem Musikverein und durfte regelmäßig bei den Festspieleröffnungen mitspielen.


    Das war schon etwas Besonderes.


    Salzburg während der Festspielzeit zu erleben, ist ohnehin etwas ganz Eigenes. Aber selbst Teil davon zu sein und bei einer Festspieleröffnung mitzuwirken, hat für mich natürlich ganz besondere Erinnerungen geschaffen.


    Auch die sogenannten Promenaden- und Leuchtbrunnenkonzerte im Mirabellgarten gehören zu meinen Erinnerungen.


    Der Mirabellgarten war für mich aber nicht nur wegen der Konzerte etwas Besonderes.
    Ich bin einfach gerne durch diesen wunderschönen Garten gegangen.
    Vielleicht ist genau das der Unterschied zwischen einem Touristen und einem Menschen, der dort lebt.


    Ein Tourist kommt nach Salzburg und denkt:
    „Wow, ist das schön!“
    Und ein Salzburger denkt vielleicht irgendwann:
    „Ich gehe einfach ein bisschen durch den Mirabellgarten.“


    Aber wenn man älter wird, merkt man, dass gerade diese scheinbar selbstverständlichen Dinge etwas ganz Besonderes waren.
    Ich durfte in einer Stadt aufwachsen, die für andere Menschen ein Reiseziel war.


    Ich durfte durch wunderschöne Gärten spazieren, in der Altstadt einkaufen, auf Märkte gehen, Konzerte erleben und bei den Festspielen mitspielen.


    Und heute, mit etwas Abstand, weiß ich das alles noch viel mehr zu schätzen.
    Salzburg ist für mich deshalb nicht einfach nur eine schöne Stadt.


    Salzburg ist Heimat.
    Salzburg sind Erinnerungen.
    Salzburg sind meine Eltern, meine Oma, meine Kindheit, meine Jugend, die Musik, die Altstadt, die Berge und die Menschen.


    Und ganz egal, wie sehr sich die Stadt im Laufe der Jahre verändert hat:


    Ein Stück Salzburg wird immer in mir bleiben.