Es ist ja immer wunderschön, wenn Freunde und Bekannte sagen: „Ach, ihr seid so ein schönes Paar. Ihr passt so gut zusammen!“ ❤️
Und ja – davon bin ich inzwischen auch überzeugt. Aber bevor wir das perfekte „Wir zwei gegen den Rest der Welt“-Paar wurden, mussten wir erst einmal ein paar ziemlich große Stolpersteine aus dem Weg räumen.
Thomas und ich sind beide ein bisschen in der BDSM-Szene zu Hause. Das war von Anfang an ein Teil unserer Beziehung und ist es natürlich bis heute. Was allerdings nicht unbedingt zum gewünschten Beziehungs-Rollenspiel gehörte, waren unsere Startschwierigkeiten.
Denn Thomas hatte mich in den ersten Wochen und Monaten betrogen. Und zwar – wenn wir schon dabei sind – nicht nur einmal.
Das erste Mal bekam ich durch seine eigene Blödheit heraus. Ausnahmsweise einmal nicht durch meine. 😏
Ich fand heraus, dass er mich belogen und mir fremdgegangen war. Und ich war natürlich entsprechend begeistert. Also ungefähr so begeistert, wie man eben ist, wenn man gerade feststellt, dass der Mann, mit dem man sich eine gemeinsame Zukunft vorstellen kann, beschlossen hat, diese Zukunft erst einmal mit einem kleinen Seitensprung zu würzen.
Ich habe ihn daraufhin erst einmal in den Wind geschossen.
Und ich hatte zu diesem Zeitpunkt bereits den Ring der O bekommen und ihn voller Stolz getragen. Bis zu diesem Moment.

Denn in meiner Wut schnappte ich mir den Ring und warf ihn in die Salzach.
Ja. Romantik kann ich.
Manchmal eben mit etwas mehr Wassertiefe. 😂
Danach herrschte erst einmal ein paar Tage Funkstille. Aber so ganz voneinander losgekommen sind wir beide nicht.
Wir haben geredet. Viel geredet. Und irgendwann stand ich vor der Frage: Gibst du diesem Mann noch eine Chance oder nicht?
Vertrauen war kaputt. Aber Gefühle waren offensichtlich noch da.
Also habe ich mich entschieden, ihm eine zweite Chance zu geben.
Und jetzt könnte man an dieser Stelle natürlich sagen: „Und dann war alles wunderbar.“
Ähm … nein. 😂
Thomas ging tatsächlich noch einmal fremd.
Nur war unsere Beziehung zu diesem Zeitpunkt schon wesentlich gefestigter. Es war mir natürlich nicht egal. Ganz im Gegenteil. Aber ich bin damit anders umgegangen. Wieder haben wir geredet. Darüber, was schiefgelaufen war, was wir verändern müssen und vor allem darüber, was er verändern muss.
Und irgendwann wurde aus diesem ganzen Chaos tatsächlich etwas, das heute ziemlich stabil ist.
Ob ich ihm hunderttausendprozentig vertraue?
Keine Ahnung. Ich glaube sowieso, dass niemand einem anderen Menschen jemals hunderttausendprozentig vertrauen kann. Wir sind schließlich Menschen und keine TÜV-geprüften Sicherheitsanlagen. 😉
Aber ich vertraue ihm.
Wir haben unser Leben miteinander aufgebaut. Wir sind gemeinsam gewachsen, haben uns verändert, haben Höhen und Tiefen erlebt – und inzwischen möchte ich dieses gemeinsame Leben nicht mehr missen.
Die Entscheidung, Thomas damals noch eine Chance zu geben, habe ich nie bereut.
Im Gegenteil.
Ich bin glücklich, an seiner Seite zu sein. Und wenn ich heute sehe, wie sehr wir als Paar gewachsen sind, dann finde ich es einfach schön.
Jetzt werden einige wahrscheinlich sagen:
„Wer einmal fremdgeht, geht immer fremd.“
Mag sein. Vielleicht stimmt das für manche Menschen sogar.
Aber unsere Geschichte ist eben unsere Geschichte.
Unsere Beziehung ist inzwischen an einem Punkt angekommen, an dem wir offen über Dinge reden können, über die andere Paare vielleicht lieber den Mantel des Schweigens legen würden.
Und genau diese Offenheit hat unsere Beziehung in den letzten Monaten noch einmal unglaublich gestärkt.
Aber dazu erzähle ich euch später noch ein bisschen mehr. ❤️